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Leasehold vs. Freehold auf Phuket: 5 entscheidende Unterschiede für Investoren in 2026

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Leasehold vs. Freehold auf Phuket: 5 entscheidende Unterschiede für Investoren in 2026

30. April 2026

Ausländische Käufer erwarben auf Phuket zuletzt mehr als 12.000 Eigentumswohnungen innerhalb eines Jahres - doch nur ein Bruchteil von ihnen hatte vor dem Kauf wirklich verstanden, was der Unterschied zwischen Leasehold und Freehold in der Praxis bedeutet. Die Folgen: Streitigkeiten mit Entwicklern, Verluste beim Weiterverkauf und juristische Sackgassen, die sich mit einer frühzeitigen Beratung hätten vermeiden lassen.

Freehold bedeutet in Thailand das vollständige, unbefristete Eigentumsrecht - vergleichbar mit dem klassischen Immobilieneigentum in Deutschland oder der Schweiz. Leasehold hingegen ist ein langfristiges Mietrecht von 30 Jahren mit einer optionalen Verlängerungsoption. Diese beiden Konzepte klingen ähnlich, erzeugen in der Realität jedoch völlig unterschiedliche finanzielle und rechtliche Situationen.

Ausländer dürfen gemäß dem Thai Condominium Act von 1979 Eigentumswohnungen im Rahmen des Freehold-Modells nur innerhalb einer 49-Prozent-Quote der gesamten Wohnfläche eines Projekts erwerben. Die übrigen 51 Prozent sind thailändischen Staatsangehörigen vorbehalten oder werden über Leasehold-Konstruktionen angeboten. Bei Grundstücken und Villen ist die Rechtslage noch restriktiver: Ein direktes Freehold-Eigentum an Grund und Boden ist für Ausländer grundsätzlich nicht möglich.

Kurzantwort

  • Freehold ist das unbefristete Volleigentum an einer Wohnung - mit vollem Recht auf Verkauf, Vererbung und Schenkung
  • Leasehold ist ein beim Land Office eingetragenes Mietrecht für 30 Jahre; eine Verlängerung auf 30+30 Jahre ist vertraglich häufig erwähnt, aber juristisch nicht garantiert
  • Freehold ist für Ausländer ausschließlich bei Eigentumswohnungen und nur innerhalb der 49-Prozent-Quote verfügbar
  • Der Preisunterschied zwischen Freehold- und Leasehold-Einheiten im selben Projekt beträgt typischerweise 10 bis 30 Prozent
  • Beim Wiederverkauf ist eine Freehold-Wohnung deutlich liquider: Der Käufer erhält einen sauberen Titel ohne zeitliche Einschränkungen
  • Leasehold auf eine Villa ist der einzige legale Weg für Ausländer, ein Haus mit Grundstück zu kontrollieren, ohne eine thailändische Gesellschaft zu gründen

Szenarien und Optionen

Szenario 1: Eigentumswohnung als Mietobjekt

Ein Investor erwirbt ein 35-Quadratmeter-Studio in Bang Tao für 6,5 Millionen Baht (Freehold) oder 5 Millionen Baht (Leasehold). Die jährliche Mietrendite ist in beiden Fällen nahezu identisch: rund 6 bis 8 Prozent brutto. Der Unterschied zeigt sich erst nach 10 bis 15 Jahren. Eine Freehold-Einheit lässt sich zum Marktwert weiterverkaufen, während der Wert einer Leasehold-Einheit proportional zur verbleibenden Mietdauer sinkt. Nach 15 Jahren ist ein Leasehold mit ursprünglich 30 Jahren Laufzeit im Schnitt nur noch halb so viel wert.

Szenario 2: Villa zur Eigennutzung und Weitergabe an Erben

Ausländer können kein direktes Grundstückseigentum erwerben. Es gibt zwei legale Wege: Leasehold auf das Grundstück mit Freehold auf das Gebäude - oder die Gründung einer thailändischen Gesellschaft. Das Leasehold-Modell ist in der Abwicklung unkomplizierter: Es wird lediglich ein beim Land Department registrierter Mietvertrag benötigt. Entscheidend dabei: Mündliche Versprechen des Entwicklers über eine 'garantierte Verlängerung' haben keinerlei rechtliche Bindungswirkung.

Szenario 3: Spekulativer Weiterverkauf nach 3 bis 5 Jahren

Hier gewinnt Freehold klar. Bei einem Wiederverkauf erhält der neue Eigentümer einen Chanote-Titel auf seinen Namen. Bei Leasehold ist hingegen eine Abtretung der Mietrechte erforderlich, die das Einverständnis des Vermieters voraussetzt und häufig mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Marktdaten zeigen, dass Freehold-Wohnungen auf Phuket im Schnitt 40 Prozent schneller verkauft werden als vergleichbare Leasehold-Einheiten.

Szenario 4: Off-Plan-Investment in einem Neubauprojekt

Viele Entwickler bieten Leasehold mit einem Preisnachlass von 15 bis 25 Prozent gegenüber der Freehold-Option an und versprechen Rückkaufprogramme oder garantierte Renditen. Hier ist genaues Rechnen gefragt: Wenn der Preisunterschied die Wertminderung durch die begrenzte Mietlaufzeit ausgleicht, kann das Geschäft rentabel sein. Aber eine Rückkaufgarantie ist eine Verpflichtung des Entwicklers - nicht des Staates. Eine Insolvenz des Bauträgers macht diese Garantie wertlos.

Vergleichstabelle: Freehold vs. Leasehold auf Phuket

ParameterFreehold (Wohnung)Leasehold (Wohnung)Leasehold (Villa)
BesitzdauerUnbefristet30 Jahre + optionale Verlängerung30 Jahre + optionale Verlängerung
RegistrierungChanote auf den KäuferMietvertrag beim Land OfficeMietvertrag beim Land Office
Typischer Preis (Studio 35 m², Phuket)5,5-8 Mio. Baht4-6 Mio. BahtNicht zutreffend
ErbschaftAutomatisch per GesetzErfordert gesonderte VereinbarungErfordert gesonderte Vereinbarung
WeiterverkaufFreier VerkaufAbtretung mit Zustimmung des VermietersAbtretung mit Zustimmung des Vermieters
Hypothek bei Thai-BankMöglich, für Ausländer jedoch seltenPraktisch ausgeschlossenPraktisch ausgeschlossen
WertverlustKeiner (marktkonformes Wachstum)Linear: ca. -3,3 % pro JahrLinear: ca. -3,3 % pro Jahr
49-Prozent-QuoteGilt, Begrenzung für AusländerKeine QuotenbegrenzungKeine Quotenbegrenzung

Hauptrisiken und Fehler

1. Der Mythos der '90-Jahr-Garantie'. Der thailändische Zivilkodex (Section 540) begrenzt Mietverhältnisse auf 30 Jahre. Eine Verlängerungsklausel im Vertrag ist eine Absichtserklärung, kein einklagbares Recht. Gerichte können diese Klausel gegenüber Erben des Vermieters für nicht bindend erklären.

2. Freehold-Kauf ohne Prüfung der Quote. Hat ein Projekt die 49-Prozent-Quote für ausländische Eigentümer bereits ausgeschöpft, kann eine neue Freehold-Transaktion nicht eingetragen werden. Die Quote sollte immer vor Zahlung einer Reservierungsgebühr bei der Hausverwaltung geprüft werden.

3. Leasehold ohne Eintragung beim Land Office. Mietverträge mit einer Laufzeit von mehr als 3 Jahren müssen zwingend registriert werden. Ohne den Stempel des Land Office sind sie rechtlich wirkungslos - das eingesetzte Kapital ist damit schutzlos.

4. Steuerliche Unterschiede ignorieren. Beim Verkauf einer Freehold-Immobilie wird die Steuer nach dem Standardverfahren berechnet (Specific Business Tax 3,3 % oder Stempelsteuer 0,5 % plus Einkommensteuer). Bei einer Leasehold-Abtretung kann die Steuerbemessungsgrundlage abweichen, und Käufer fordern häufig einen zusätzlichen Preisnachlass.

5. Kein Untervermietungsrecht im Leasehold-Vertrag. Wer eine Villa an Touristen vermieten möchte, muss das Recht zur Untervermietung ausdrücklich im Vertrag festhalten lassen. Fehlt diese Klausel, kann der Vermieter den Vertrag kündigen.

6. Emotionaler Kauf von Leasehold wegen des günstigeren Preises. Eine Preisdifferenz von 1,5 Millionen Baht zwischen Freehold und Leasehold kann sich beim Wiederverkauf in einem Verlust von 3 bis 4 Millionen Baht verwandeln. Die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership) müssen vollständig kalkuliert werden - nicht nur der Einstiegspreis.

FAQ

Kann ein Ausländer Freehold-Eigentum an Grund und Boden in Thailand erwerben? Nein. Der Land Code (Section 86) verbietet ausländischen Privatpersonen den direkten Erwerb von Grundstücken. Ausnahmen sind äußerst selten und betreffen Investitionen ab 40 Millionen Baht über die BOI (Board of Investment) - selbst dann wird kein Eigentum, sondern lediglich ein Nutzungsrecht übertragen.

Was passiert mit einem Leasehold nach 30 Jahren? Das Mietverhältnis endet. Falls der Vertrag eine Verlängerungsoption enthält, können die Parteien neu verhandeln. Verweigert der Vermieter oder dessen Erben die Verlängerung, muss der Mieter das Objekt räumen. Das auf dem Grundstück errichtete Gebäude geht in der Regel auf den Grundstückseigentümer über, sofern nichts anderes vereinbart wurde.

Lässt sich Leasehold weiterverkaufen? Ja, durch eine Abtretung der Mietrechte. Dafür ist jedoch die Zustimmung des Vermieters erforderlich, und der Käufer erhält nur die verbleibende Restlaufzeit - keine neuen 30 Jahre. Das ist der zentrale Faktor für den linearen Wertverlust.

Welches Modell eignet sich besser für ein Vermietungsgeschäft? Freehold ist vorzuziehen, wenn der Investitionshorizont mehr als 7 Jahre beträgt. Leasehold kann funktionieren, wenn ein Verkauf innerhalb von 3 bis 5 Jahren geplant ist und ein Preisabschlag beim Ausstieg akzeptiert wird.

Wie prüft man, ob die 49-Prozent-Quote noch verfügbar ist? Das aktuelle Eigentümerregister kann bei der juristischen Person des Projekts (Juristic Person) angefordert werden. Eine unabhängige Anwaltskanzlei kann die Quote zusätzlich direkt beim Land Office verifizieren. Alleinigen Aussagen des Vertriebsteams des Entwicklers sollte man nicht vertrauen.

Braucht man einen Anwalt für einen Leasehold-Vertrag? Unbedingt. Die Kosten für rechtliche Begleitung liegen zwischen 30.000 und 80.000 Baht - ein sinnvoller Schutz vor ungünstigen Vertragsklauseln. Besonders wichtig sind dabei: das Recht zur Untervermietung, Verlängerungsbedingungen, die Modalitäten der Abtretung sowie die Regelung über das Gebäude nach Ablauf der Mietzeit.

Kann Leasehold in Freehold umgewandelt werden? Bei Eigentumswohnungen ist das theoretisch möglich, wenn die 49-Prozent-Quote nicht ausgeschöpft ist und der Vermieter verkaufen möchte. In der Praxis handelt es sich dabei um eine separate Kauftransaktion zum Marktpreis. Bei Villen und Grundstücken ist eine Umwandlung für ausländische Käufer nicht möglich.

Was ist sicherer: Leasehold auf eine Villa oder eine Thai-Gesellschaft? Beide Modelle tragen Risiken. Leasehold ist auf 30 Jahre begrenzt. Eine Gesellschaft mit Nominees kann bei einer Prüfung als rechtswidrig eingestuft werden. Die richtige Wahl hängt von der Investitionssumme, dem Verwendungszweck und den langfristigen Plänen ab. Eine Beratung durch einen unabhängigen Anwalt ist in jedem Fall zwingend.

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