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Millionärsmigration 2026: Warum das Kapital aus Europa nach Asien fließt
Das Jahr 2026 bringt die größte Verschiebung privaten Kapitals seit einem Jahrzehnt. Vermögende Privatpersonen verlassen zunehmend traditionelle westliche Standorte und siedeln sich in Asien an. Der Grund ist einfach: Steuerreformen in Europa haben etablierte Strukturen unattraktiv gemacht, während Asien mit Stabilität und Lebensqualität punktet.
Der Bericht 'Private Wealth Migration 2026' von Henley & Partners hält fest, dass Singapur und Hongkong zu den wichtigsten Magneten für Personen mit einem Vermögen ab 1 Million US-Dollar (HNWI) in Asien geworden sind. Dubai komplettiert das Spitzentrio. Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Norwegen verlieren dagegen quartalsweise an Boden.
Thailand besetzt in diesem Bild eine eigene Nische. Das Land konkurriert nicht mit Singapur um Fondszentralen, sondern zieht ein anderes Segment an: vermögende Menschen, die tatsächlich in Asien leben wollen, nicht nur Kapital dort parken. Das Long-Term Resident Visa (LTV) Programm Bangkoks zielt genau auf diesen Personenkreis.
Wichtige Fakten
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Singapur und Hongkong gelten laut Henley Private Wealth Migration Report 2026 als führende asiatische Anlaufstellen für HNWI mit einem Vermögen über 1 Million US-Dollar.
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Dubai baut seinen Anteil im Korridor Asien-Naher Osten weiter aus und zählt zu den drei attraktivsten Zielen für Kapitalverlagerung.
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Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Norwegen verlieren durch verschärfte Steuergesetze an Wettbewerbsfähigkeit; laut Henley-Report gehören sie zu den europäischen Verlierern, während Italien, Griechenland und die Schweiz als Gewinner gelten.
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Thailand bietet mit dem LTV-Visum einen Einkommensteuersatz von 17% (gegenüber regulär bis zu 35% bei hohen Einkommen) sowie unter bestimmten Bedingungen Steuerfreiheit auf nicht überwiesenes Auslandseinkommen.
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Ausländische Käufer dominieren mittlerweile den Markt in Phuket mit einem Anteil von rund 75% an allen Immobilienkäufen, wie 'Nation Thailand' berichtet.
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Käufer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA nutzen Phuket zunehmend als 'Temp-to-Perm'-Basis, was den Markt teilweise vom klassischen Tourismuszyklus entkoppelt.
Geschichte und Kontext
Kapitalmigration ist kein neues Phänomen. Neu sind Ausmaß und Richtung. Noch vor fünf Jahren lautete die klassische Route 'London, Monaco, Dubai'. Heute verschiebt sich die Landkarte deutlich Richtung Osten.
Den Auftakt machte Großbritannien. 2024 schaffte London den sogenannten Non-Domiciled-Status (non-dom) ab, der ausländischen Residenten jahrzehntelang erlaubt hatte, Auslandseinkommen steuerfrei zu belassen. Die Entscheidung traf tausende Familien aus dem Nahen Osten, Indien und anderen Regionen hart, viele begannen, nach Alternativen zu suchen. Deutschland und Frankreich reagierten mit eigenen Verschärfungen: höhere Kapitalertragssteuern, ausgeweitete Definitionen der Steuerresidenz, strengere Kontrollen grenzüberschreitender Transfers. Norwegen führte eine Steuer auf unrealisierte Aktiengewinne ein, was zahlreiche Unternehmer zum Wegzug bewegte. Nicht alle europäischen Länder verlieren dabei: Italien, Griechenland und die Schweiz zählen laut Henley-Report weiterhin zu den attraktivsten Destinationen innerhalb Europas, ebenso Zypern, die Niederlande und Portugal.
In Asien lief währenddessen die Gegenbewegung. Singapur, ohnehin schon an der Spitze der Rankings, baute seine Position weiter aus. Der Stadtstaat lockt Family Offices mit einer Mindestvermögensschwelle von 10 Millionen US-Dollar und Steuervergünstigungen über die Regelungen 13O und 13U. Bis Mitte 2026 sind in Singapur mehr als 1.500 Family Offices registriert, gegenüber rund 400 im Jahr 2020.
Hongkong schlug einen anderen Weg ein. Nach Jahren politischer Turbulenzen setzte die Stadt auf die Anwerbung von Talenten aus Festlandchina und gewann einen Teil des verlorenen Finanzkapitals zurück. Das Top Talent Pass Scheme stellte innerhalb von zwei Jahren über 100.000 Genehmigungen aus.
Dubai spielt die Rolle einer Brücke. Für viele vollzieht sich die Kapitalverlagerung in zwei Schritten: zunächst die VAE (keine Einkommensteuer, schnelle Visa-Vergabe), anschließend Diversifikation nach Singapur oder Bangkok.
Wo steht Thailand in diesem Bild? Das Land versucht nicht, um Hedgefonds-Zentralen zu konkurrieren. Bangkok bietet etwas anderes: vergleichsweise niedrige Lebenshaltungskosten bei Weltklasse-Niveau, ein hochentwickeltes Gesundheitswesen (das Bumrungrad International Hospital zählt zu den globalen Top 50) und, entscheidend, die reale Möglichkeit, tatsächlich vor Ort zu leben und nicht nur ein Unternehmen zu registrieren.
Das 2022 eingeführte LTV-Visum hat bereits tausende Antragsteller angezogen. Es gewährt ein zehnjähriges Aufenthaltsrecht, einen reduzierten Einkommensteuersatz und ein Arbeitsrecht. Für Immobilieninvestoren bedeutet das die Möglichkeit, einen Vermögenswert nicht nur zu besitzen, sondern auch legal in dessen Nähe zu leben.
Besonders aufschlussreich: Ein wachsender Teil der HNWI, die Asien in Betracht ziehen, verfolgt laut Henley & Partners eine multi-jurisdiktionale Strategie. Das typische Modell 2026 sieht so aus: Steuerresidenz in den VAE, Unternehmenspräsenz in Singapur, Wohnsitz und Lifestyle-Basis in Thailand. Diese Dreipunkt-Konfiguration erlaubt es, Steuerlast, Geschäftstätigkeit und Lebensqualität gleichzeitig zu optimieren.
Dieser Trend zeigt sich konkret in Phuket. Käufer aus den VAE und den USA nutzen die Insel zunehmend als Ausgangspunkt für einen dauerhaften Umzug, angetrieben auch durch geopolitische Spannungen am Golf. Besonders die gehobenen und Ultra-Prime-Segmente in Lagen wie Bang Tao, Cherngtalay, Layan und Nai Harn entwickeln sich deutlich besser als der übrige Markt, da internationales Kapital dort gezielt in Markenresidenzen und hochwertige Projekte fließt, wie das Beispiel der Autograph-Collection-Partnerschaft (Marriott) bei Peylaa Phuket zeigt.
Für internationale Investoren bleibt der Preisvorteil das schlagende Argument: Der Quadratmeterpreis auf Phuket oder in Bangkok liegt weiterhin 2 bis 4 Mal niedriger als in Dubai und 5 bis 7 Mal niedriger als in Singapur. Das macht Thailand zu einem attraktiven Einstiegspunkt für alle, die in der Region präsent sein wollen, ohne 3 bis 5 Millionen US-Dollar für eine Wohnung in Marina Bay auszugeben.
Quelle: Henley & Partners
FAQ
Welche Länder verlieren 2026 die meisten vermögenden Residenten?
Laut dem Henley Private Wealth Migration Report 2026 verzeichnen Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Norwegen die größten Verluste. Grund sind Steuerreformen und verschärfte fiskalische Kontrollen.
Warum führen Singapur und Hongkong unter den asiatischen Zielen?
Singapur lockt Family Offices mit den Vergünstigungsregelungen 13O/13U und einer Einstiegsschwelle ab 10 Millionen US-Dollar. Hongkong setzt auf Talentprogramme wie das Top Talent Pass Scheme. Beide Städte bieten Rechtssicherheit und eine transparente Finanzinfrastruktur.
Wie konkurriert Thailand mit Singapur um vermögende Ausländer?
Thailand versucht nicht, das Singapur-Modell zu kopieren. Seine Nische ist die Lifestyle-Basis: hohe Lebensqualität bei einem Quadratmeterpreis, der 2 bis 4 Mal niedriger liegt als in Dubai. Das zehnjährige LTV-Visum mit reduziertem Steuersatz von 17% ergänzt dieses Angebot.
Was bedeutet die multi-jurisdiktionale Strategie 2026?
Das typische Modell: Steuerresidenz in den VAE (keine Einkommensteuer), Unternehmenspräsenz in Singapur, Wohnsitz und Alltag in Thailand. Diese Konfiguration erlaubt eine optimierte Steuerlast bei hohem Lebenskomfort.
Beeinflusst die HNWI-Migration die Immobilienpreise in Thailand?
Ja. Der Zustrom vermögender Ausländer treibt bereits die Nachfrage nach Premium-Immobilien in Bangkok und Phuket. Ausländische Käufer machen mittlerweile rund 75% aller Transaktionen in Phuket aus.
Welche Steuervorteile bietet das LTV-Visum in Thailand?
Inhaber des LTV-Visums zahlen einen festen Einkommensteuersatz von 17% statt eines progressiven Satzes von bis zu 35%. Auslandseinkommen, das im Jahr des Erhalts nicht nach Thailand überwiesen wird, bleibt unter bestimmten Bedingungen steuerfrei.
Sollten internationale Investoren Thailand statt Dubai in Betracht ziehen?
Es ist keine Entweder-oder-Frage. Die effektivste Strategie ist eine Verteilung der Vermögenswerte über mehrere Jurisdiktionen. Dubai eignet sich zur Steueroptimierung, Thailand für das Leben vor Ort und Immobilieninvestitionen mit attraktiver Mietrendite.
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