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EZB erhöht Leitzins erneut um 25 Basispunkte: Was bedeutet das für den Thai-Baht?
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Verantwortlich für den Inhalt: Leonid Ustinov, Aster Of Asia Co., Ltd.
Fünfundzwanzig Basispunkte gelten am Donnerstag als praktisch beschlossene Sache. Der Terminmarkt preist bereits einen weiteren Zinsschritt im Dezember ein, in Frankfurter Fachkreisen wird sogar über eine dritte Erhöhung bis Jahresende diskutiert. Die EZB hat sich damit endgültig als restriktivste Zentralbank der G7 positioniert.
Für Anleger, die einen Teil ihres Kapitals in Euro halten und mit dem Gedanken spielen, eine Wohnung auf Phuket zu kaufen, ist das keine abstrakte Randnotiz. Es ist die Frage, wie viel Baht sie in sechs Monaten für ihr Geld bekommen und ob es sich lohnt, den Wechselkurs jetzt zu fixieren.
Der Rest der Welt bewegt sich in die entgegengesetzte Richtung. Brasilien, Peru und Kolumbien werden laut Markterwartungen ihre Zinsen entweder halten oder vorsichtig weiter lockern, da sich das Wachstum verlangsamt und die Inflation unbeständig bleibt. Die Fed nähert sich ihrer Septembersitzung mit Blick auf die US-Arbeitsmarktdaten. Diese Divergenz der geldpolitischen Pfade ist das zentrale Thema der kommenden Wochen.
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Kurzantwort
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25 Basispunkte: Das ist die Zinserhöhung, die der Markt für die kommende EZB-Sitzung am Donnerstag als nahezu sicher einpreist, mit einem Zielniveau von 2,50 %.
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Zusätzlich zu diesem Schritt liegt bereits eine mögliche Dezember-Erhöhung in den Kursen, es geht also um die dritte Anhebung im laufenden Jahr.
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Die EZB gilt aktuell als restriktivste Zentralbank der G7, während Signale aus anderen Regionen zwischen neutral und locker schwanken.
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Laut Rabobank-Analyst Bas van Geffen könnte nach der Septembersitzung eine längere Pause folgen, das Endniveau wird auf etwa 3,00 % geschätzt, sollte die Inflation hartnäckig bleiben.
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Lateinamerika geht den umgekehrten Weg: Brasilien, Peru und Kolumbien dürften ihre Zinsen halten oder schrittweise weiter senken.
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In derselben Woche stehen US-Inflationsdaten, chinesische Verbraucher- und Erzeugerpreise, britische BIP-Zahlen sowie Zinsentscheidungen in Chile, der Türkei und den nordischen Ländern an.
Wichtige Fakten
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Die Anhebung um 25 Basispunkte auf 2,50 % wurde von der EZB im Vorfeld signalisiert und gilt als weitere Bestätigung des restriktiven Kurses.
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Laut Nomura-Analysten dürfte auf die Erhöhung im September eine Pause folgen, ohne verbindliche Zusage für weitere Schritte.
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Die Inflation in der Eurozone lag im August bei 3,3 %, getrieben von der Energiekrise und Lieferengpässen im Zusammenhang mit Spannungen rund um die Straße von Hormus.
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Die europäischen Gasspeicher sind aktuell nur zu 65 % gefüllt, der niedrigste Stand seit 15 Jahren, was den Preisdruck und das Rezessionsrisiko in der Eurozone verschärft.
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Chinesische Konjunkturdaten (CPI und PPI) in derselben Woche zeigen, ob der wichtigste Handelspartner Thailands Deflation in die Region exportiert.
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Zinsentscheidungen fallen zudem in Chile, der Türkei und den nordischen Volkswirtschaften, was die Woche zu einer der dichtesten im Zentralbankkalender macht.
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Für die Fed bleibt die Arbeitsmarktentwicklung die entscheidende Variable, nicht die Inflation allein.
Die Logik hier ist weniger geradlinig, als man annehmen möchte. Ein höherer Zinssatz in der Eurozone stützt den Euro gegenüber Währungen, deren Lockerungszyklus bereits begonnen hat, unter sonst gleichen Bedingungen. Doch der Baht folgt seit Jahren eigenen Regeln: Er wird vom Tourismusstrom, der thailändischen Leistungsbilanz und dem Goldpreis bestimmt, nicht vom Zinsdifferenzial zu Frankfurt.
Die verbreitete Annahme 'Euro wird stärker, also wird Immobilie in Thailand für Europäer günstiger' greift deshalb nur teilweise. Und genau hier zeigt sich der Bruch: Parallel zur Aufwertung der Währung verteuert sich auch das Kapital zu Hause. Wer plante, einen Kredit auf eine europäische Immobilie aufzunehmen, um in ein Kondominium in Bang Tao zu investieren, zahlt für diesen Kredit zunehmend mehr. Ein Euro-Einlagenkonto bei restriktiver Zinspolitik wirkt erstmals seit langem wie eine echte Alternative statt wie ein Weg, real an Wert zu verlieren gegenüber der Inflation.
Unsere Einschätzung: Für Käufer mit Eigenkapital ist der straffe EZB-Zyklus eher eine Chance als eine Bedrohung, weil der Wechselkurseffekt zu ihren Gunsten wirkt und die Konkurrenz durch fremdfinanzierte Käufer abnimmt. Für Käufer mit Fremdkapital gilt das Gegenteil, hier wäre eine Kehrtwende in der Rhetorik der Notenbank abzuwarten. Wer sein Budget vollständig auf einem europäischen Kredit aufbaut, für den gilt der vorherige Absatz nicht.
Eine Einschränkung bleibt: Der Markt hat sich bereits mehrfach geirrt, wenn er eine finale Zinserhöhung als letzte einpreiste. Ein Dezember-Schritt in den Kursen ist nicht gleichbedeutend mit einem tatsächlichen Dezember-Schritt.
Für Phuket bedeutet all das einen wählerischeren europäischen Käufer: Teures Geld zu Hause siebt jene aus, die auf Kredit kauften, und lässt Barzahler übrig, die härter verhandeln und genauer auf tatsächliche Auslastung und Managementverträge achten. Der thailändische Markt stützt sich dabei weiterhin auf inländische und asiatische Nachfrage, nicht auf den europäischen Zinszyklus.
Quelle: Rabobank (via FXStreet)
FAQ
Um wie viel erhöht die EZB den Zinssatz am Donnerstag?
Der Markt erwartet nahezu einstimmig 25 Basispunkte auf ein Niveau von 2,50 %. Die eigentliche Spannung liegt nicht im Schritt selbst, sondern in den Formulierungen zur Dezembersitzung.
Kommt es bis Jahresende zu einer dritten Zinserhöhung?
Die Wahrscheinlichkeit ist in den Kursen enthalten, aber kein Konsens. Die Diskussion im EZB-Rat hat sich klar auf diese Frage verschoben, mit möglichem Zielwert um 3,00 %.
Warum gilt die EZB als restriktivste Zentralbank der G7?
Weil andere Notenbanken entweder pausieren oder lockern. Die Fed wartet auf Arbeitsmarktdaten, lateinamerikanische Zentralbanken haben bereits mit schrittweisen Senkungen begonnen.
Was macht die Fed bei ihrer Septembersitzung?
Die Entscheidung stützt sich vor allem auf US-Arbeitsmarktstatistiken. Die Inflationsdaten der Woche liefern zusätzlichen Kontext.
Wie hängt die chinesische Inflation mit Thailand zusammen?
China bleibt Thailands wichtigster Handelspartner und größte Touristenquelle. Schwache CPI- und PPI-Werte deuten auf Deflationsdruck hin, der über Importpreise und das Ausgabeverhalten chinesischer Touristen nach Thailand durchschlägt.
Sollte man beim Immobilienkauf in Thailand jetzt den Wechselkurs fixieren?
Wenn der Kauf in drei bis sechs Monaten geplant ist und die Abrechnungswährung von der Sparwährung abweicht, senkt eine gestaffelte Teilkonvertierung das Risiko deutlicher als der Versuch, den perfekten Einstiegspunkt zu erraten.
Beeinflussen EZB-Zinsen die Immobilienpreise auf Phuket direkt?
Nein. Die Preisbildung auf der Insel wird von Baukosten, Flächenknappheit in den Westregionen und Hotelauslastung bestimmt. Die Eurozone-Zinsen beeinflussen, wie viele europäische Käufer mit welchem Budget auf den Markt kommen.
Welche weiteren Zentralbanken treffen diese Woche Entscheidungen?
Chile, die Türkei, die nordischen Länder sowie Brasilien, Peru und Kolumbien, von denen ein Halten der Zinsen oder eine sanfte Senkung erwartet wird.
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