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Millionärsmigration 2026: Warum Asien Europa als Kapitalmagnet ablöst

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Millionärsmigration 2026: Warum Asien Europa als Kapitalmagnet ablöst

3. Juli 2026

Im Jahr 2026 ziehen Singapur, Hongkong und Dubai eine Rekordzahl vermögender Privatpersonen von London, Paris und Berlin ab. Der am 16. Juni 2026 veröffentlichte Bericht von Henley & Partners dokumentiert eine tektonische Verschiebung: Privatkapital fließt in großem Stil aus westlichen Jurisdiktionen nach Asien und in den Persischen Golf. Es handelt sich nicht um einen vorübergehenden Trend, sondern um eine strukturelle Neuordnung der globalen Vermögenskarte.

Für internationale Investoren, die bereits in Südostasien aktiv sind, sind diese Daten keine Abstraktion. Sie wirken sich direkt auf die Immobilienpreise in Bangkok und auf Phuket aus, auf den Wettbewerb um die besten Objekte und auf die Visapolitik Thailands und der Nachbarländer.

Wichtige Fakten

  • Henley & Partners veröffentlichte den Private Wealth Migration Report am 16. Juni 2026. Singapur erreicht dabei einen Wealth Mobility Competitiveness Score von 79,5 von 100 Punkten, Neuseeland folgt mit 75,8 Punkten.

  • Dubai behält seinen Status als zentraler Hub für vermögende Zuwanderer in der Golfregion.

  • Großbritannien, Deutschland und Frankreich verlieren an Wettbewerbsfähigkeit im Rennen um Privatkapital, bedingt durch Steuerreformen und verschärfte Fiskalpolitik.

  • Thailands Long-Term Resident Visa (LTR), eingeführt 2022, bietet einen 10-jährigen Aufenthalt bei einem Mindesteinkommen von 80.000 US-Dollar jährlich oder Investitionen ab 500.000 US-Dollar in thailändische Vermögenswerte, bei einem Steuersatz von 17%.

  • In Bangkoks Spitzenkondominien kostet der Quadratmeter 5.000 bis 8.000 US-Dollar, in Singapur hingegen 20.000 bis 30.000 US-Dollar bei vergleichbarer Qualität.

  • Auf Phuket entfallen laut Marktbeobachtungen rund 60% der Villentransaktionen auf ausländische Käufer, auf Koh Samui und Koh Phangan sind es bis zu 90%.

Geschichte und Kontext

Noch vor fünf Jahren galten London und Genf als unangefochtene Hauptstädte des Privatkapitals. Millionäre eröffneten Konten bei Schweizer Banken, kauften Stadthäuser in Mayfair und gingen davon aus, dass sich daran nichts ändern würde. Die Realität des Jahres 2026 sieht anders aus.

Großbritannien hat eine Reihe von Steuermaßnahmen eingeführt, die den Non-Dom-Status (Ansässige ohne dauerhaften Steuerwohnsitz) empfindlich getroffen haben. Deutschland und Frankreich erhöhen weiterhin den fiskalischen Druck auf große Vermögen. Die Europäische Union bewegt sich insgesamt in Richtung mehr Transparenz und verstärktem Steuerdatenaustausch. Das Ergebnis ist absehbar: Wer die Wahl hat, geht.

Singapur hat dieses Kapital mit offenen Armen empfangen. Der Stadtstaat mit weniger als 6 Millionen Einwohnern hat eines der attraktivsten Steuersysteme der Welt geschaffen: keine Kapitalertragssteuer, ein Körperschaftsteuersatz von 17%, und das Global Investor Programme, das eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung durch Investitionen ab 10 Millionen Singapur-Dollar (rund 7,5 Millionen US-Dollar) ermöglicht. Laut Henley & Partners erreicht Singapur 2026 einen Wettbewerbswert von 79,5 von 100 Punkten, den höchsten weltweit, während Neuseeland nach der Reform des Active Investor Plus Visa mit 75,8 Punkten vor allem für langfristige Planung attraktiv bleibt.

Hongkong bleibt trotz geopolitischer Risiken im Zusammenhang mit China ein Magnet für Kapital. Sein Trumpf ist der Zugang zum chinesischen Markt in Kombination mit einem angelsächsischen Rechtssystem. Das Ende 2022 gestartete Top Talent Pass Scheme hat zehntausende Fachkräfte und Unternehmer angezogen.

Doch das eigentlich Interessante spielt sich im Schatten dieser Giganten ab. Thailand, im Henley-Bericht nicht gesondert erwähnt, baut still und leise eine eigene Infrastruktur für vermögende Residenten auf. Die 2022 eingeführte Long-Term Resident Visa (LTR) bietet einen 10-jährigen Aufenthalt für 'wohlhabende Weltbürger' bei einem Mindesteinkommen von 80.000 US-Dollar jährlich oder Investitionen in thailändische Vermögenswerte ab 500.000 US-Dollar. Der Steuersatz für LTR-Inhaber liegt bei fixen 17% auf in Thailand erzieltes Einkommen.

Was bedeutet das konkret? Der Markt für Luxusimmobilien in Bangkok und auf den Inseln überhitzt nicht wegen Touristen, sondern wegen des Zustroms vermögender Privatpersonen, die eine Alternative zu Singapur suchen, allerdings zu Preisen, die 3 bis 4 Mal niedriger liegen. Ein Quadratmeter in einem Spitzenkondominium in Bangkok kostet zwischen 5.000 und 8.000 US-Dollar. In Singapur liegt der Preis für vergleichbare Immobilien bei 20.000 bis 30.000 US-Dollar pro Quadratmeter.

Gleichzeitig verschärft Thailand die Kontrolle über ausländisches Immobilieneigentum. Behörden gehen gezielt gegen sogenannte Nominee-Konstruktionen vor, bei denen ein thailändischer Staatsbürger als Strohmann-Anteilseigner eingesetzt wird, um die 49-Prozent-Obergrenze für ausländisches Eigentum zu umgehen. Das macht den Markt in Phuket, auf Koh Samui und Koh Phangan transparenter, verlangsamt aber zugleich einige Kaufentscheidungen internationaler Investoren. Trotz dieser Zurückhaltung bleibt die Nachfrage nach Villen stabil: Auf Phuket entfallen rund 60% der Villentransaktionen auf Ausländer, auf Koh Samui und Koh Phangan sogar bis zu 90%. Besonders in der Region Bang Tao treibt die Flächenknappheit an der ersten und zweiten Strandlinie die Preise um etwa 10 bis 15% pro Jahr nach oben.

Der Henley-Bericht hält noch einen weiteren wichtigen Punkt fest: Die Kapitalmigration im Jahr 2026 ist keine Flucht, sondern eine bewusste Strategie. Vermögende Privatpersonen ziehen nicht komplett um. Sie bauen ein 'Portfolio an Aufenthaltstiteln' auf: einen Pass in den VAE, eine Aufenthaltsgenehmigung in Singapur, Immobilien in Thailand, ein Unternehmen in den USA. Die Diversifikation von Jurisdiktionen ist ebenso zum Standard geworden wie die Diversifikation eines Anlageportfolios.

Quelle: Henley & Partners

FAQ

Welche Länder Asiens führen 2026 beim Zustrom vermögender Privatpersonen?

Laut dem Henley & Partners Bericht vom 16. Juni 2026 führen Singapur (Score 79,5/100) und Hongkong. In der Golfregion behält Dubai die Führungsposition.

Warum verlassen Millionäre Europa?

Hauptgründe sind Steuerreformen in Großbritannien (Abschaffung des Non-Dom-Status), steigender Fiskaldruck in Deutschland und Frankreich sowie eine allgemein sinkende Wettbewerbsfähigkeit europäischer Jurisdiktionen für internationales Kapital.

Gehört Thailand zu den beliebten Zielen für vermögende Privatpersonen?

Im Henley-Bericht wird Thailand nicht gesondert erwähnt, doch das Land entwickelt seit 2022 aktiv sein LTR-Visumprogramm und lockt vermögende Residenten mit einem fixen Steuersatz von 17% und einer Einstiegsschwelle ab 80.000 US-Dollar Jahreseinkommen.

Wodurch zieht Singapur vermögende Zuwanderer an?

Keine Kapitalertragssteuer, ein Körperschaftsteuersatz von 17%, das Global Investor Programme mit einer Schwelle ab 10 Millionen Singapur-Dollar, eine hochentwickelte Finanzinfrastruktur und Rechtsstaatlichkeit. Der Wealth Mobility Competitiveness Score liegt bei 79,5 von 100 Punkten.

Was bedeutet 'Portfolio an Aufenthaltstiteln'?

Eine Strategie, bei der ein Investor gleichzeitig Aufenthaltsgenehmigungen und Immobilien in mehreren Jurisdiktionen erwirbt. Ziel ist die Diversifikation von Steuer-, Rechts- und politischen Risiken. 2026 ist dies gängige Praxis unter vermögenden Privatpersonen.

Wie wirkt sich die Kapitalmigration auf die Immobilienpreise in Thailand aus?

Der Zustrom vermögender Residenten aus Europa, China und anderen Regionen erhöht die Nachfrage nach Spitzenobjekten. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Premium-Kondominien in Bangkok liegt bei 5.000 bis 8.000 US-Dollar, was 3 bis 4 Mal unter Singapur bei vergleichbarer Lebensqualität liegt. In Bang Tao auf Phuket steigen die Preise durch Flächenknappheit um etwa 10 bis 15% jährlich.

Wird der thailändische Immobilienmarkt für Ausländer strenger reguliert?

Ja. Die Behörden gehen gegen Nominee-Konstruktionen vor, bei denen thailändische Strohmänner die 49-Prozent-Obergrenze für ausländisches Eigentum umgehen sollen. Das führt zu mehr Transparenz, verlangsamt aber aktuell einige Kaufentscheidungen bei Villen auf Phuket, Koh Samui und Koh Phangan.

Lohnt sich Dubai als Alternative zu Thailand?

Dubai punktet mit null Einkommenssteuer und einer schnellen Golden-Visa-Vergabe. Allerdings sind Lebenshaltungskosten und Immobilienpreise dort deutlich höher, und das Klima ist weniger angenehm. Viele Investoren kombinieren beide Standorte.

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