Diese Informationen dienen nur zur Orientierung und stellen keine Rechtsberatung dar. Konsultieren Sie vor einer Transaktion einen zugelassenen Anwalt.

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Arbeitsschutzgesetz B.E. 2541 (1998)

Labour Protection Act B.E. 2541 (1998)

Die Informationen werden monatlich anhand amtlicher Quellen geprüft und aktualisiert.

Kurz gesagt

Arbeitsrechtlicher Mindeststandard: Arbeitszeit, Ueberstunden, Mindestlohn, Urlaub, Abfindung. Gilt fuer alle, die legal arbeiten oder in Thailand einstellen.

https://www.labour.go.th/index.php/en/labour-laws/47756-labour-protection-act-b-e-2541

Working hours: Maximale Arbeitszeit

Die reguläre Arbeitszeit darf 8 Stunden pro Tag und 48 Stunden pro Woche nicht überschreiten. Für Tätigkeiten, die gesundheits- oder sicherheitsgefährdend sein können (wie in untergesetzlichen Vorschriften definiert), gilt eine Höchstgrenze von 7 Stunden pro Tag und 42 Stunden pro Woche. Arbeitnehmer haben nach 5 Stunden ununterbrochener Arbeit Anspruch auf eine Pause von mindestens 1 Stunde, wobei die Pausen einvernehmlich kürzer gestaltet werden können, sofern sie zusammen mindestens 1 Stunde pro Tag ergeben.

Overtime and holiday pay: Überstunden und Feiertagsarbeit

Der Arbeitgeber darf Überstunden oder Feiertagsarbeit nicht ohne vorherige Zustimmung des Arbeitnehmers im Einzelfall anordnen (mit eng begrenzten Ausnahmen für kontinuierliche oder dringende Arbeiten). Überstunden an regulären Arbeitstagen werden mit mindestens dem 1,5-fachen des Stundensatzes vergütet. Arbeit an Ruhetagen wird zu einem erhöhten Satz vergütet (in der Regel zwischen dem 1- und 2-fachen des regulären Satzes), während Überstunden an Ruhetagen mit mindestens dem 3-fachen des Stundensatzes zu vergüten sind. Das Gesamtvolumen von Überstunden und Feiertagsarbeit ist in der Regel auf 36 Stunden pro Woche begrenzt.

Wages and minimum wage: Lohn und Mindestlohn

Lohn, Überstundenvergütung und Feiertagsvergütung sind in thailändischer Währung mindestens einmal monatlich (oder zu einem anderen vereinbarten Zeitpunkt) am Arbeitsort auszuzahlen, sofern der Arbeitnehmer keiner anderen Zahlungsweise zugestimmt hat, etwa einer Banküberweisung. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, mindestens den gesetzlichen Mindestlohn zu zahlen, der von provinziellen Lohnkommissionen festgesetzt wird und je nach Provinz unterschiedlich hoch ist, sodass er in verschiedenen Regionen Thailands variiert und regelmäßig überprüft wird. Männer und Frauen, die gleichwertige Arbeit leisten, sind gleich zu entlohnen.

Holidays and leave: Ruhetage, Feiertage und Urlaub

Arbeitnehmer haben Anspruch auf mindestens 1 Ruhetag pro Woche (mit einem Abstand von höchstens 6 Tagen zwischen den Ruhetagen) sowie auf mindestens 13 traditionelle Feiertage bzw. gesetzliche Feiertage pro Jahr, einschließlich des Nationalen Arbeitstages. Nach 1 vollständigen Jahr ununterbrochener Beschäftigung hat der Arbeitnehmer Anspruch auf mindestens 6 bezahlte Jahresurlaubstage. Das Gesetz sieht außerdem bezahlten Krankenurlaub (bis zu 30 Arbeitstage pro Jahr, bei einer Abwesenheit von 3 oder mehr aufeinanderfolgenden Tagen ist ein ärztliches Attest erforderlich), persönlichen Urlaub sowie Mutterschaftsurlaub von bis zu 98 Tagen vor, von denen ein Teil vom Arbeitgeber bezahlt wird.

Section 118: Abfindung bei Kündigung

Ein Arbeitnehmer, der ohne schwerwiegenden gesetzlichen Grund entlassen wird, hat je nach Betriebszugehörigkeit Anspruch auf eine Abfindung: ab 120 Tagen bis unter 1 Jahr - 30 Tageslöhne; ab 1 bis unter 3 Jahren - 90 Tageslöhne; ab 3 bis unter 6 Jahren - 180 Tageslöhne; ab 6 bis unter 10 Jahren - 240 Tageslöhne; ab 10 bis unter 20 Jahren - 300 Tageslöhne; und ab 20 Jahren - 400 Tageslöhne. Die Abfindung wird auf Basis des zuletzt gezahlten Lohnsatzes berechnet. Sie entfällt, wenn der Arbeitnehmer wegen eines schwerwiegenden Fehlverhaltens im Sinne des Gesetzes entlassen wird (z.B. Unehrlichkeit, vorsätzliche Schadensverursachung oder grober Verstoß gegen die Arbeitsordnung nach erfolgter Abmahnung).

Special severance: Kündigungsfrist und besondere Abfindung

Zusätzlich zur regulären Abfindung ist ein Arbeitgeber, der einen unbefristeten Arbeitsvertrag ohne Grund beendet, in der Regel verpflichtet, dem Arbeitnehmer vorab zu kündigen (am Zahltag oder früher, mit Wirkung zum nächsten Zahltag) oder eine Vergütung anstelle der Kündigungsfrist zu leisten. Das Gesetz sieht zudem eine zusätzliche besondere Abfindung vor, wenn Arbeitnehmer infolge des Einsatzes von Maschinen oder Technologien, die den Personalbedarf verringern, entlassen werden, sowie bei Betriebsverlagerungen, sofern der Arbeitnehmer die Verlagerung nicht mitmachen möchte. Diese Sonderzahlungen werden über die reguläre Abfindung hinaus geleistet und gesondert berechnet.

Work rules: Betriebliche Arbeitsordnung und Arbeitnehmerverzeichnis

Arbeitgeber mit 10 oder mehr Arbeitnehmern sind verpflichtet, eine schriftliche betriebliche Arbeitsordnung in thailändischer Sprache zu erstellen, die Themen wie Arbeitstage und Arbeitszeiten, Ruhetage, Urlaub, Lohn, Disziplinarmaßnahmen und das Beschwerdeverfahren abdeckt. Die Arbeitsordnung muss bekanntgegeben oder öffentlich ausgehängt werden, damit die Arbeitnehmer sie einsehen können, und ist am Betriebsort aufzubewahren. Der Arbeitgeber ist außerdem verpflichtet, Arbeitnehmerverzeichnisse und Lohnzahlungsunterlagen zu führen, die von den Arbeitsbehörden eingesehen werden können.

Protection of employees: Aufsicht, Fristen und Schutz der Arbeitnehmerrechte

Auf die Rechte aus diesem Gesetz kann nicht verzichtet werden: Jede Vereinbarung, die eine Vergütung unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns vorsieht, ist insoweit unwirksam. Ein Arbeitnehmer, dem Lohn oder Abfindung nicht ausgezahlt wurde, kann beim Arbeitsinspektorat des Department of Labour Protection and Welfare Beschwerde einlegen oder das Arbeitsgericht anrufen, in der Regel ohne Zahlung von Gerichtsgebühren. Auf ausstehende Lohn- und Abfindungszahlungen werden Zinsen fällig (gesetzlicher Satz: 15 Prozent jährlich), und bei vorsätzlicher Verzögerung ist ein zusätzlicher Aufschlag möglich. Ansprüche müssen innerhalb der nach thailändischem Recht geltenden Verjährungsfristen geltend gemacht werden, weshalb Arbeitnehmer nach Entstehung eines Streits unverzüglich handeln sollten.